Sammelausstellung

Omanut – Kunst heute

Künstler:
Zohar Fraiman, Sigalit Landau, Bernard Langerock, David Moses, Nadia Perlov, Robert Pufleb, Zipora Rafaelov, Ariel Schlesinger

Im Rahmen des Festjahres #2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland stellt die Ausstellung acht zeitgenössische KünstlerInnen vor, die in sehr unterschiedlichen Techniken arbeiten und in verschiedenen Generationen in Israel oder Deutschland geboren wurden. So gibt “Omanut – Kunstheute“ Einblick in die vielfältige und lebendige jüdische Kulturszene in Deutschland.

  • Einlass: 13:00 Uhr
  • Beginn: 13:00 Uhr

Weitere Informationen

Im Jahr 2021 leben Jüdinnen und Juden nachweislich seit 1700 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Aus diesem Anlass koordiniert der Verein “321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.“ das Festjahr #2021JLID mit bundesweit rund 1000 Veranstaltungen. Ziel ist es, jüdisches Leben sichtbar und erlebbar zu machen.
Mit dabei ist auch die Städtische Galerie im Park Viersen. Sie stellt in diesem Zusammenhang acht zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler vor, die in sehr unterschiedlichen Techniken arbeiten und in verschiedenen Generationen in Israel oder Deutschland geboren wurden. Die Ausstellung “Omanut – Kunst heute“ gibt Einblick in die vielfältige und lebendige jüdische Kulturszene in Deutschland.

Sigalit Landau (*1969 in Jerusalem) nutzt immer wieder das Tote Meer als Inspirationsquelle und eine Art Laboratorium für ihre Kunst. Alltägliche Gegenstände oder Textilien wie ein Brautkleid werden zu Salzskulpturen, indem sie sie monatelang in das salzige Wasser eintaucht, bis die Salzkristalle sie in verwunschene Objekte verwandeln. Ariel Schlesinger (*1980 in Jerusalem), der wie David Moses und Zohar Fraiman in Berlin lebt, verfremdet kulturell verankerte Gegenstände auf verzaubernde Weise. Dabei schwingen Geschichten mit, wie die der bei einem Bombenangriff halb verbrannten Museums-Teppiche, die auf diese Weise zu Restaurierung und Ausstellung gelangten. Schlesinger wiederholt die Verbrennung, bringt den turkmenischen Teppich aber ohne Restaurierung ins Museum.

David Moses vollzieht Bewegungsbilder aus Filmsequenzen nach. Seit 2017 dient ihm Walt Disneys Cartoon-Serie »Silly Symphonies«, die meist klassische oder mythologische Themen unter Einbeziehung von Musik behandelte, als Ausgangspunkt. Intensiven Bezug zur deutschen Nachkriegsgeschichte nimmt er in den mit Graphit überzeichneten Fotos der Serie “Todesstreifen/ Schlesischer Busch“. Die Freizeitzone auf dem Gebiet der ehemaligen innerdeutschen Grenze in der Nähe seiner Berliner Wohnung inspirierte ihn, gebannt vom Gegensatz der tragischen, destruktiven Vergangenheit, zur Spurensuche.

Zohar Fraiman untersucht in ihren Bildern menschliche Beziehungen in der Verbindung mit teuflischen Gestalten und wilden Tieren, wobei die Rollen in ihrer Gegensätzlichkeit beständig wechseln. Märchenhafte oder sagenumwoben anmutende Szenen voller ironischer Brüche regen Geschichten im Geist des Betrachters an.
Nadia Perlov (*1990 in Tel Aviv) lebt in Frankfurt am Main. Eine humorvoll-farbige und phantasievolle Designästhetik erscheint in ihren Werken verspielt und unschuldig, doch fließen kulturhistorische Aspekte in ihre künstlerische Arbeit ein. Die Beschäftigung z. B. mit Migration und Sprache findet narrative Niederschläge mit Bezügen zu Architektur und Territorium. Zipora Rafaelov (*1954 in Beer-Sheva) lebt seit ihrem Studium in Düsseldorf und Tel Aviv. In unverwechselbarer Bildsprache setzt sie präzise skulpturale und grafische Elemente in raumgreifenden Installationen aus Papier, Fäden und Holz in Beziehung. Licht und Schatten spielen eine wesentliche Rolle etwa in den großformatigen filigranen Cutouts.

Den Weg von Düsseldorf nach Israel nahmen 2019 die Fotografen Bernard Langerock (*1953) und Robert Pufleb (*1969) im Rahmen des Künstleraustauschprogramms der Landeshauptstadt mit Ein Hod. Vor Ort entstand Langerocks Projekt “The Olive Trees Archive“, das Natur als mögliche Speichereinheit untersucht, als Archiv menschlicher Kultur, welches die Erinnerung an die Vergangenheit unterstützen kann. Robert Pufleb reiste durch Israel, es entstand eine umfangreiche fotografische Erzählung. Alltägliche Straßenstillleben werden verwoben zu einer überraschenden Collage in Form einer sechs Meter langen freischwebenden Plane.

Online-Eröffnung der Ausstellung am Sonntag, 13. Juni 2021, mit einem Grußwort der Bürgermeisterin der Stadt Viersen, Sabine Anemüller. Die Kunsthistorikerin Dr. Karin Mohr gibt Einblicke in die Ausstellung.
https://youtu.be/y6M4hPFq8y0

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